Neujahrsempfang 2012
Zum Neujahrsempfang am Sonntag, 08. Januar kamen wie in jedem Jahr zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in den großen Bürgersaal der Gemeinde Siegelsbach.
Mit Neujahrsbrezeln und Sekt wurde gemeinsam auf ein glückliches und gesundes neues Jahr 2012 angestoßen.
Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Kremsler alle Bürgerinnen und Bürger sowie, Mirjam Böh und ihre Musiklehrerin Frau Nanuashvili, die an diesem Nachmittag für eine gelungene musikalische Umrahmung sorgten. Bürgermeister Kremsler ist es immer wieder eine Freude, wenn junge Talente wie Mirjam nicht nur fleißig üben und Musik machen, sondern auch bereit sind ihr Können unter Beweis zu stellen.
Ganz herzlich unter den Gästen begrüßte er auch den Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic und die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch, die es sich
trotz ihres vollen Terminkalenders nicht nehmen ließen wieder nach Siegelsbach zu kommen um einige Grußworte zu sprechen.
Bürgermeister Kremsler ließ das vergangene Jahr Revue passieren und berichtete von einem, finanziell gesehen, schlechten Jahr 2011. Dennoch kann die Gemeinde ab 2013 wieder Haushalte vorlegen, die es erlauben, in geringem Umfang in neue Projekte zu investieren, wenn keine neuen Finanz- und Wirtschaftskrisen eintreten.
In den vergangenen Jahren konnte die Gemeinde auch vieles für die Erziehung und Betreuung der Kinder tun und so freut sich Uli Kremsler auch, dass im abgelaufenen Jahr wieder sechs Kinder in der Gemeinde zur Welt kamen, denen man einen Obstbaum stiften möchte.
Im Anschluss verliehen Uli Kremsler und die Vorsitzende des Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes Elke Haas an die Blutspender/ innen die Blutspender-Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes. Ausgezeichnet wurden Raphael Kasprzik und Sylvia Nagel für jeweils 10-maliges Blutspenden sowie Margarethe Ruch und Dirk Stattelmann für jeweils 25-maliges Blutspenden.
Bei der Ehrung verdienter Bürger/ innen dankte Uli Kremsler Gerhard Ebert für die mehrjährige Übernahme der Tätigkeit als Ortsbeauftragter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und ehrte ihn für dieses Engagement,
das er 23 Jahre ausgeübt hat. Bürgermeister Kremsler berichtet, dass der Volksbund als auch die Gemeinde derzeit noch nach einem Nachfolger/ in suchen.
Zudem dankte und beglückwünschte Uli Kremsler die Zeitungszustellerin Martina Holler zur Ehrung. Am 11. Juni bemerkte sie morgens kurz nach fünf Uhr einen Brand in einer Garage eines Doppelhauses. Sofort klingelte sie bei den Eigentümern an der Haustüre. Während die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen ausrückte, konnte der Eigentümer den Brand im Anfangsstadium mit einem Feuerlöscher bekämpfen und größeren Schaden abwenden.
Die Gemeindeverwaltung Siegelsbach wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Leserinnen und Lesern des Mitteilungsblattes ein Gutes Neues Jahr.
Neue Erkenntnisse: Beweis entdeckt: Römer waren in Siegelsbach
Archäologe Hans-Heinz Hartmann findet eine bislang unbekannte Siedlung
Hans-Heinz Hartmann ist glücklich: „Endlich ist auch in Siegelsbach ein weißer Fleck der römischen archäologischen Karte entfernt.“
Was der Heimatforscher und Hobbyarchäologe im Siegelsbacher Norden zutage beförderte, kommt fast einer kleinen Sensation nahe. Wenige Meter von der Landkreisgrenze zum Neckar-Odenwald-Kreis entfernt, bestätigte der versierte Forscher eine bisher nicht bekannte römische Siedlung. Hans-Heinz Hartmanns Vermutungen, dass in dieser Gegend auch die Römer gewesen sein mussten, bestätigten sich. Gute Quellen In vielen Jahren archäologischer Forschung hat der Heimatkundler Überlegungen angestellt, wo und weshalb die Römer sich einst niederließen. Alte Wege und gute Quellen lieferten häufig Hinweise auf Siedlungen. Beides trifft auf den Siegelsbacher Fundort zu. Zwar liegt die Stelle abseits des heutigen Straßennetzes, in der antike war das jedoch anders. Zur Römerzeit kreuzten hier zwei wichtige Wege. Der eine zog von Ladenburg über Lobenfeld durchs Wollenbachtal nach Siegelsbach weiter nach Wimpfen. Ein weiterer kam von Norden aus Richtung Hüffenhardt. Hartmann weiß, dass über diese Straßen im frühen Mittelalter auch die christliche Missionierung erfolgte. Im Hoch- und Spätmittelalter kamen so Bischöfe von Worms zur Außenstelle nach Wimpfen. Händler und Handwerker zogen hier zu Märkten, Pilger marschierten von Köln bis nach Rom. „Entlang solcher uralten Straßen gab es meist auch Siedlungsstellen“, sagte sich Hartmann und untersuchte die Gegend mit Röntgenblick.
Scherbenreste Und er wurde fündig. Was er bergen konnte, verschlug ihm fast den Atem: Scherbenreste von bisher 30 verschiedenen Tongefäßen und Tegulae, das sind römische Dachziegel. Außerdem fand er einen Sesterz, der eine Geschichte zu erzählen hat. Er zeigt auf dem Avers Crispina, die Gattin des Commodus, die der Kaiser ermorden ließ und sie scheinheilig zur Regina ernannte, zur Göttin also. Er hatte Sesterze mit der Prägung „Crispina Augusta“, die Königliche, herstellen lassen. Hartmann erzählt, dass Commodus sich einbildete, der neue Hercules auf Erden zu sein und das goldene Zeitalter herbeiführen könne. Seine blutigen Spiele und sein Wahn, Rom in „Colonia Commodiana“ umzubenennen, brachten ihm 193 den Tod. Unter ihm erhielt der Limes seine endgültige Form. Auf dem Münzrevers ist die Lichtbringerin und Jagdgöttin Diana geprägt,
was die Umschrift „Diana Lucifera“ ausdrückt.
Lebensstandard Hartmann ist noch unschlüssig, welche Nutzung die Siedlung hatte. Er schließt weder eine villa rustica noch eine bedeutende Straßenstation aus. Die Keramikfunde belegen einen herausgehoben Lebensstandard der Römer. „Nicht viele hatte damals 30 verschiedene hochwertige Gefäße, darunter verzierte Terra sigillata, das römische Meißener Porzellan, im Hausrat.“
Quelle: Kompaß des Kraichgaus Heft 3/2010, Bericht: Rudolf Landauer (KrSt vom 18.05.2010)

